Techno Classica 2014 in Essen

Zahlreiche Oldtimerenthusiasten fanden ihre Klassiker ausgeschlachtet auf dem Messegelände vor. Wie konnte es dazu kommen? Was sagen die Betroffenen dazu? Und wie sieht der aktuelle Ermittlungsstand der Polizei aus?

Ponton in einem jämmerlichen Zustand!
Torben G. traute seinen Auge kaum, als er zu Messebeginn am Donnerstag den Stand des Fusselforums, einer namhaften Vereinigung von Old- & Youngtimer-Freunden, die besonders für Ihre gepflegten Fahrzeuge bekannt sind, betrat. Dort fand der gelernte Karosseriebauer seinen VW Derby in einem desolaten Zustand vor. Anbauteile wie Stoßstangen, Kühlergrill die charakteristische Zierleiste an der Haube des Klassikers fehlten. Der größte Schock war allerdings der Verlust der Dachhaut. Die dreisten Diebe schnitten sie einfach an Ort und Stelle heraus und ließen das Fahrzeug unbedeckt zurück! Er sollte aber nicht das einzige Opfer an diesem Tag bleiben. Seinen Foren- und Ausstellerkollegen „Grimm“ und Nils erging es nicht besser: An dem von Herrn Grimm ausgestellten Exponat, einem sehr seltenen VW Passat 32b Variant, fehlten ebenfalls der Grill und die Stoßstangen und an der Rarität von Nils' VW Buggy wurde das 30 PS starke Käfertriebwerk einfach entfernt.
Torben G.freut sich über die Schützenhilfe seiner Kollegen. "Dank ihnen habe ich wieder ein Dach über dem Kopf."

„Gott sei dank gibt es in unserem Forum einen großen Zusammenhalt und so schafften wir es, die Fahrzeuge in einen vorzeigbaren zustand zu versetzen“, gibt Herr G. erleichtert zu Protokoll. „Wir starteten im Forum einen Spendenaufruf und so kamen schnell einige Teile zusammen. Hier schauen Sie!“, Torben G. deutet auf den Passat seines Kollegen. „Wir konnten bei diesem Wagen 100% der Fehlteile ersetzen. Das die nicht immer original sind, dürfte kaum jemandem hier auffallen. Und bei dem Buggy haben wir einfach einen Ford V6 installiert.“

Der Buggy mit neuem Herz.
Auf die Frage, wie er die Dachhaut seines Derby so schnell instandsetzen konnte, erklärt der Norddeutsche nur kurz mit einem süffisanten Lächeln : „Wissen Sie, in einer Gemeinschaft ist sowas kein Problem, ein Twingofaltdach, etwas Spachtelmasse und ein paar Blisterverpackungen für die Verglasung reichten aus, um den Wagen vorerst zu komplettieren.
Herr Grimms Passat 32b. Fast wie Neu steht er nach der Spendenaktion auf den 145er Sportreifen.
So glimpflich das ganze für die Fusseltuner auch ausgegangen sein mag, sie waren nicht die einzigen Opfer.
Um Spuren zu verwischen wurde diese Pagode in Brand gesetzt.
Überall auf dem Messegelände fanden sich Spuren der nächtlichen Schlachtaktion. Dass die Täter dabei sehr koordiniert und schnell vorgegangen sein müssen, beweist alleine die Anzahl und das Ausmaß der Schlachtungen.
Die Polizei gibt nur widerwillig Informationen heraus.
Doch was sagen die zuständigen Behörden zu solch besitzverachtender Dreistigkeit? Zunächst wollte uns die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskünfte geben. Dem investigativen Gonzo-Journalismus seitens unserer Mitarbeiter hier bei Bamako Motors, ist es geschuldet, dass Herr Wachtmeister F. aus E. hinter vorgehaltener Hand zugab, dass wenig Hoffnung bestünde, die Täter dingfest zu machen: „Wir konzentrieren unsere Ermittlungen auf das Restauratorenmilieu. Die Szene ist allerdings sehr unübersichtlich. Da besteht wenig Grund zur Hoffnung.“

Bei all den Hiobsbotschaften gab es aber auch ein kleines Happy-End. Eines der seltensten und wertvollsten Fahrzeuge der Messe blieb unangetastet. Es wäre auch wirklich schade um diesen Sierra gewesen. 
Text/Fotos: CVS
Korrektur: WFE/DRB

Kommentare:

  1. Die Diebe haben echt ganze Arbeit geleistet! Ein Glück ist der Sierra nicht angetastet worden.

    Ich will mir gar nicht ausmalen, wenn ich meinen Buckelvolvo dahin gestellt hätte. Nachher wäre das Auto noch auseinander gebaut und zur Hälfte geschweißt und zur anderen Hälfte dort rausgekommen! Das geht ja gar nicht ;-).

    Aber 'n schöner Bericht. Ich habe irgendwie immer mehr Spaß an einem Sierra oder einem 32b. Hätte ich das Geld für ein drittes Auto ;-).

    Schöne Grüße
    Lars

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  2. Lustig, der Torben G. stand nebst weiblicher Begleitung grad noch neben mir.

    Gruß, Burt

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